Brüder Grimm – Rotkäppchen*
(genderinklusiv, ex-gendernd und in barrierefreier Sprache)
(von stefan_*engel_*)
Es war einmal en* klein, süß Etwas*. Dens hatte kein Geschwistex. Dens hatte jedens* lieb. Am allerliebsten hatte en* dier* Ompa*. Dens* wusste gar nicht, was ens* alles dems Enkel* schenken sollte. [Ens* Opma hatte en Etwas* nicht mehr. Dens* war schon gestorben.] Einmal schenkte sens* Ompa* en* eine Kappe [Das ist ein Kleidungsstück, das früher Menschen* zum Schutz gegen die Kälte getragen haben.] aus rotem Stoff. Und weil ens* nichts anderes mehr anziehen wollte, hieß ens* nur dens* Rotkäppchen*.
Eines Tages sagte sens* Mapa* zu ens*: „Komm, Rotkäppchen_*! Hier sind ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein. Bring das dier* Ompa_*. Ens* ist krank und schwach. Ens* wird gesund, wenn ens* das isst. Doch wenn du im Wald [Das ist ein Ort, an dem ganz viele Bäume stehen.] bist, dann geh vorsichtig und bleib auf dem Weg! Sonst fällst du und zerbrichst die Flasche und dier* Ompa* hat nichts. Ich wünscht’ dens* Geschwistens_* hätt’ können geh’n mit dens*. Doch dens* Geschwistens_* ist ja leider tot wie dens* Pama_*.“
„Ich pass schon auf!“, sagte Rotkäppchen* zu sens Meema*. „Ich will mutig sein wie mens_* Geschwistex_*.“
Dier* Ompa* wohnte im Wald. [Allein, denn sens* Eh_* war ja auch gestorben.] Ens wohnte eine halbe Stunde vom Dorf [Das ist ein Ort, an dem viel weniger Menschen* leben als in einer Stadt.] weg. Als nun Rotkäppchen* in den Wald kam, begegnete ens* dens* Wolf*. Rotkäppchen* aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war. Ens* fürchtete sich nicht vor ens*.
„Guten Tag, Rotkäppchen_*“, sagte ens*.
„Schönen Dank, Wolf_*.“
„Wohin gehst du so früh, Rotkäppchen_*?“
„Zu mens* Ompa_*.“
„Was trägst du unter der Schürze? [Das ist ein Teil von einem Kleid, das Etwas’s früher trugen, bevor sie nur noch Hosen trugen.]“
„Kuchen und Wein! Gestern haben wir gebacken! Da soll sens* dens* krank und schwach Ompa_* etwas Gutes tun. Ens* soll sens* damit stärken. En* ist ganz allein. Sens* Eh_* ist ja gestorben.“
„Rotkäppchen_*, wo wohnt dens* Ompa_*?“
„Noch eine Viertelstunde weiter im Wald, unter den drei großen Eichen. [Das sind Bäume mit Blättern.] Da steht ens* Haus, unten sind die Nusshecken. [Das sind viele kleine Bäume mit Blättern und Nüssen.] Das wirst du ja wissen!“, sagte Rotkäppchen*.
Dens Wolf* dachte: „Dens* junge zarte Ding, dens* ist ein fetter Bissen. Dens* wird noch besser schmecken als dens* Alt*: Du musst es klug machen, damit du beide schnappst.“
Da ging en* eine Weile neben Rotkäppchen* her. Dann sagte en*: „Rotkäppchen_*, sieh einmal die schönen Blumen hier! Warum guckst du dich nicht um?“
Rotkäppchen* schaute. En* sah, wie die Strahlen von der Sonne durch die Bäume fielen. Alles stand voll mit schönen Blumen. Ens* dachte: „Wenn ich dens* Ompa* einen frischen Strauß [Das sind viele Blumen, wenn man die abgeschnitten hat.] mitbringe, der wird ens* auch Freude machen. Es ist noch früh. Ich komme rechtzeitig an.“
So lief ens* vom Weg in den Wald hinein und suchte Blumen. Wenn ens* eine abgebrochen hatte, meinte ens*, weiter weg stände eine schönere. Und ens *lief dorthin und geriet immer tiefer in den Wald hinein.
Dens* Wolf* aber ging direkt zu dem Haus von dens* Ompa* und klopfte an die Türe.
„Wer ist draußen?“
„Rotkäppchen_*, dens* bringt Kuchen und Wein. Mach auf!“
„Drück nur auf die Klinke [Die Klinke drückt Mensch* mit der Hand runter, wenn ens* eine Tür öffnen will.]“, rief dens* Ompa*, „ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“
Dens* Wolf* drückte auf die Klinke, die Türe ging auf, und en* ging, ohne ein Wort gerade zum Bett von dens* Ompa* und verschluckte en*. Dann zog en* ens* Schlafanzug an, setzte sens* Haube [Das ist eine Mütze. Die trug Mensch* früher, wenn Mensch* sich ins Bett zum Schlafen legte.] auf, legte sich in sens* Bett und zog die Vorhänge vor.
Rotkäppchen* aber fiel bald danach dens* Ompa* wieder ein. Und ens* ging zu ens*.
Ens* wunderte sich, dass die Tür aufstand. Als ens* in das Zimmer trat, kam es ens* seltsam vor. Ens* dachte: „Ei, du mens* Gott_*! Ich bin heute ängstlich! Ich bin sonst so gerne bei dens* Ompa!“
Ens* rief: „Guten Morgen!“ Ens* bekam aber keine Antwort. Ens* ging zum Bett und zog die Vorhänge zurück: Da lag sens* Ompa* und hatte die Haube tief ins Gesicht gezogen. Das sah komisch aus.
[Und auch in dieser Version verzichten wir gern auf den jedem bekannten Dialog. Wenn Sie (m/w/d/sonstwie) das stört, dann können Sie (m/w/d/sonstwie) ja an dieser Stelle eine Lesepause machen und den Dialog aus der Erinnerung rezitieren!]
Als dens* Wolf* das gesagt hatte, sprang en* aus dem Bett. Ens* fraß dens* arm Rotkäppchen*.
Als dens* Wolf* fertig war, legte en* sich wieder ins Bett. En* schlief ein. En* schnarchte laut.
Dens* Jäg* ging jetzt an dem Haus vorbei. En* dachte: „Wie dens* alt Frau* schnarcht! Du musst doch sehen, ob ens* was fehlt.“
Da ging en* rein. Als en* vor das Bett kam, sah en*, dass dens* Wolf* darin lag.
„Hier finde ich dich, du alt Sünd_* [Das ist ein Mensch*, wenn er/sie/es/sonstwie sens* gegen Gott* schlimme Taten getan hat.] !“, sagte en*. „Ich habe dich lange gesucht.“
Nun wollte en* seine Büchse [Das ist ein Ding zum Töten von Tieren mit Kugeln.] anlegen. Da fiel en* ein, dens* Wolf* könnte dens* Ompa* gefressen haben. Dens* Ompa* könnte noch zu retten sein. Darum schoss en* nicht. En* nahm eine Schere [Das ist ein Ding zum Trennen und Schneiden von Stoff oder Fäden.] und fing an, dens* schlafend Wolf* den Bauch aufzuschneiden. Als en* ein paar Schnitte gemacht hatte, da sah en* die rote Kappe leuchten. En* machte noch ein paar Schnitte. Da sprang dens* Etwas* heraus und rief: „Ach! Ich war geschockt! Das war dunkel in dens* Wolf_* sens* Bauch!“
Dann kam dens* alt Ompa* auch noch lebendig heraus. Ens* konnte kaum atmen. Rotkäppchen* holte große Steine. Damit füllten sie dens* Wolf* den Bauch. Als en* aufwachte, wollte en* abhauen. Aber die Steine waren so schwer, dass en* gleich zusammenbrach und tot war.
Da waren alle drei glücklich.
Dens* Jäg* zog dens* Wolf* den Pelz ab [Das ist die Haut von dens* Wolf mit viel Haaren dran.] und ging damit heim. Ens* sprach bei sich: „Da kann ich mens* Geschwistex_* was erzählen. Und mens* Neff_icht_* und dens* Nicht_effs_* werden große Augen machen.
Dens* Ompa* aß den Kuchen und trank den Wein, den Rotkäppchen* gebracht hatte. Ens* wurde wieder gesund. Ens* sagte: „Jetzt kannst du heim laufen zu dens_* Eltex_*. Wenn du da bist, hol schnell dens_* Onte_* und dens_* Tonkel_*. Dens_* kannst du erzählen, wie gut’s dens_* Ompa_* jetzt geht.“
Rotkäppchen* aber dachte: „Du willst dein ganzes Leben lang nicht noch einmal allein vom Weg weg in den Wald laufen, wenn dir’s dens* Eltex_* verboten hat.“