Das be!ast
Als ich nach Jahren des Studiums (unter anderem der Politikwissenschaften mit Schwerpunkt „Kommunale Politik“) Mitte der 1990er wieder in meine Heimatstadt Bebra zurückgekehrt war, sah ich vieles mit anderen Augen. Das Städtchen war aus vielerlei Gründen „aufs Abstellgleis“ geraten. Da ich mich für – zumindest theoretisch – fachkompetent hielt, begann ich, mich politisch zu engagieren.
Für viele Jahre brachte ich zwar (oft gemeinsam mit anderen) gute Ideen ein. Doch zur Umsetzung kam nur wenig: Lokale „Polit-Profis“ verstanden sich gut darauf, alle Ideen zu blockieren, die nicht ihrem eigenen – leider oft limitierten – Denken entsprungen waren. Ab Mitte der 2000er Jahre änderte sich dies jedoch – langsam, aber grundlegend.
Es folgten Jahre, in denen wir vieles „richtig“ machten, sodass die geplante – und dann später begonnene – zweite Stadtsanierung ein Erfolg werden konnte, auf den wir heute zu Recht Stolz sind.
Das war eine sehr aufregende Zeit. Wir konnten in diesen Jahren viele „Weichen richtig stellen“, wie ein Eisenbahner wohl sagen würde. Seitdem fährt der Zug auf dem richtigen Gleis in eine gute Richtung.
Ein wichtiges Element dieser zweiten Stadtsanierung in Bebra war die Entscheidung, ein Einkaufszentrum „ins Zentrum“ unserer baulich nicht allzu schönen Innenstadt zu setzen. Als Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtentwicklungsgesellschaft konnte ich den Bau in allen Phasen begleiten. Bald erkannten alle Beteiligten, dass wir uns mit „das be!“ (so der Name des Zentrums, der mir zunächst nicht wirklich gefiel – eine persönliche Fehleinschätzung hoher Güte, wie ich heute gern zugeben will) eine sehr sympathische „neue Mitte“ verwirklichen würden.
Während eines Familienurlaubs besuchte ich in dieser Zeit die Firma Steiner Plüsch im thüringischen Georgenthal. Ich war von der Firma, der Kreativität und der Handwerkskunst begeistert. In den nächsten Tagen wuchs der Gedanke: Wir brauchen für unser „das be!“ ein Maskottchen! Das würde das Einkaufszentrum noch sympathischer machen.
Bald hatte ich den Namen: das be!ast…
Und bald darauf hatte ich auch die Strategie: Das be!ast sollte als Kinderbuchheld „Schleichwerbung“ für das be! machen, so wie einst „Lurchi“ für die Salamander-Schuhe.
Damit ging ich irgendwann im Herbst 2014 zur Stadtentwicklungsgesellschaft und stellte dem Leiter, Stefan Knoche (seit ein paar Jahren nun Bürgermeister Bebras), meine Ideen vor. Und er reagierte als gebürtiger Sauerländer auf seine wunderbar ruhige Art und sagte nur: „Mach mal!“
Und dann machte ich: Ich dichtete die erste Geschichte und fuhr damit nach Georgenthal. Sehr nervös saß ich dann irgendwann eines Nachmittags dort im Showroom: vor mir die Chefin, die Senior-Chefin und die Chef-Designerin. Ich erläuterte das Konzept und las zum ersten Mal vor Publikum mein Manuskript vor. Die Damen waren begeistert! Und ich war glücklich!
In den nächsten Monaten entwickelte Antje Zahl, damals die Design-Chefin, in engem Austausch mit mir das Aussehen des be!ast. Zuerst wurden Plüschtiere, Anhänger und ein „Walking Act“ realisiert. Dann folgte die Arbeit an den Zeichnungen für das erste Büchlein.
Insgesamt fünf Büchlein haben Antje Zahl und ich in den Jahren seit 2015 geschaffen. Ein sechstes Büchlein – „eine besondere Geschichte“ als Benefiz-Projekt für die Sanierung der Haube des Turms der Auferstehungskirche in Bebra schuf ich gemeinsam mit Thomas Quitsch.
Seit einiger Zeit ist der Entwurf zur insgesamt siebten Geschichte – „eine letzte Geschichte“ fertig.
Mal sehen, wann diese veröffentlicht wird…
Wenn Sie auf einen der folgenden Links tippen, aktivieren Sie automatisch das FlipBook.
Stefan Engel – Das be!ast – Eine erste Geschichte
Stefan Engel – Das be!ast – Eine andere Geschichte
Stefan Engel – Das be!ast – Eine dritte Geschichte
Stefan Engel – Das be!ast – Eine vierte Geschichte